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Bessere Fragen – bessere Antworten

24. Apr. 2023

Zu Risiken und Nebenwirkungen von Fragen fragen Sie lieber nicht …

Letzte Woche war ich mit meinem Sohn beim Orthopäden. Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Nach einer kurzen Untersuchung kam heraus: Er hatte sich beim Fußballspielen eine Blockade zugezogen, die der Fachmann mit ein paar geübten Handgriffen wieder „einrenken“ konnte. Anschließend wollte der gleich noch wissen, ob seine Behandlung erfolgreich war und fragte den 12-Jährigen: „Ist es jetzt besser?“ und als der nicht wie aus der Pistole geschossen antwortete, fragte er weiter „Fühlt es sich jetzt leichter an?“. Was sagte mein Sohn pflichtbewusst: „Ja, es ist leichter.“ Damit war der Arzt zufrieden und wir konnten gehen. Erst im Auto durfte ich mir dann ungefragt anhören, dass es sich schon ziemlich komisch anfühlt, jetzt.

Warum hat er das nicht vor Ort noch dem Arzt gesagt? Und was lässt sich für die Zusammenarbeit im Team besser machen?

Mit seiner Art zu fragen hat der Arzt gleich gegen vier Grundprinzipen guten Fragens verstoßen…

Hier lesen Sie, wie Sie Ihre Fragen so stellen, dass Sie dem Gegenüber schon während dem Fragen Ihre Wertschätzung ausdrücken und dann echte Antworten bekommen. 

  1. Stellen Sie offene Fragen:

Offene Fragen beginnen mit einem W! Wie, wer, wann, was, wofür, womit, … Durch diese Art Frage bringen Sie Ihr Gegenüber ins Nachdenken und erhalten dann authentische Antworten mit Informationsgehalt. Schließlich wollen wir durch Fragen an mehr Informationen gelangen.
Geschlossene Fragen beginnen im Vergleich dazu mit einem Verb (Ist es…, Hast Du…, Fühlt es…, …) und lassen als Antwort nur ein „Ja“ oder „Nein“ zu. Informationsgehalt eher gering.
Der Arzt hätte also besser gefragt: „Wie fühlt es sich jetzt an?“ Dann hätte der junge Patient kurz in sich hineingefühlt, den Rücken sacht bewegt und seine Erkenntnis in eigene Worte gefasst. Diese Antwort hätte der Arzt weiter hinterfragen können oder eventuelle Unsicherheiten aufklären können.
-> Mit offenen Fragen zeigen Sie wirkliches Interesse am anderen und seinen Gedanken, seinem Wissen.

 

2. Stellen Sie nur eine Frage auf einmal:

Überlegen Sie sich, wie Sie wichtige und wiederkehrende Fragen (hier die Frage des Arztes) am besten formulieren. Fragen Sie dann nur diese eine, wohlüberlegte Frage und erst nach der Beantwortung folgt die nächste. Wer mehrere Fragen auf einmal stellt, muss damit rechnen, dass nur ein Teil seiner Fragen beantwortet wird.

-> Bei mehreren Fragen verliert die einzelne Frage an Bedeutung und der Gefragte zweifelt, ob seine Antworten wirklich Relevanz haben. Damit wären Frage und Befragter auf einmal abgewertet.

 

3. Geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit zum Antworten:

Wer eine Frage stellt und dann selbst weiterspricht, braucht sich nicht zu wundern, wenn er keine Antwort bekommt. Mit einer gut gestellten Frage lenken wir die Aufmerksamkeit von uns zum Gegenüber. Sie oder er ist jetzt dran. Geben wir ihr oder ihm die Zeit, die eigene Antwort zu formulieren, selbst wenn dadurch eine kurze Gesprächspause entsteht. Diese Pause ist es wert, denn die darauffolgende Antwort ist echt und kommt von innen heraus.
-> Gleichzeitig fühlt sich Ihr Gegenüber wertgeschätzt, wenn er oder sie auf diese Art und Weise auch „Raum“ im Gespräch erhält.

 

4. Vermeiden Sie es, Antworten vorzuplappern:

Vorformulierte Antwortalternativen sind sinnvoll, wenn sich das Gegenüber zwischen zwei Varianten entscheiden kann. („Wann passt es Ihnen besser, morgen um 10 Uhr oder am Mittwoch um 14 Uhr? – Man spricht hier auch von der Technik der Alternativfrage.) Wenn es jedoch darum geht, zu erfahren, was der andere denkt, fühlt oder weiß, dann verhindern vorgeplapperte Antworten genau dies. Stattdessen bekommen wir als Antwort das nachgeplappert was wir selbst bereits wussten oder vermuteten. Siehe Arztbesuch.

      Aus Studien wissen wir: Teams arbeiten dann besonders erfolgreich, wenn in Entscheidungsfindungen die unterschiedlichsten Perspektiven einfließen, wenn die Informationsgrundlage also breit aufgestellt ist. Grund genug in der Teamarbeit, die richtigen Fragen richtig zu stellen, um möglichst viele Perspektiven kennenzulernen.

      Wenn es in meinen Trainings um das Thema „Fragen stellen und Interesse zeigen“ geht, sind sich alle einig, dass offene Fragen viele Vorteile bringen. Die Umsetzung hat dann durchaus ihre Tücken. Viele sind so daran gewöhnt, geschlossene Fragen zu stellen, dass es ihnen gar nicht mehr auffällt.

      Falls es Ihnen auch so geht, beginnen Sie Schritt für Schritt. Stellen Sie Ihre Art Fragen zu stellen nach und nach um.

      Es gibt immer Gespräche, auf die Sie sich vorbereiten können. Formulieren Sie bei der Vorbereitung schriftlich Ihre offenen Fragen. Später versuchen Sie auch in ad-hoc-Situationen offener zu fragen.

      Viel Spaß beim Fragen stellen und viel Erfolg mit dem Mehr an Informationen!

      Ihre Nicola Haas

       

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      • Außenwirkung: Ein funktionierendes Team, das untereinander kommuniziert, zusammenhält und sich unterstützt, wirkt auch nach außen hin zu Kunden und Geschäftspartnern vertrauenserweckend und kompetent. Mit so einem Team arbeitet jeder gerne zusammen!

      Hallo, ich bin Nicola Haas und seit 15 Jahren mit Leidenschaft Spezialistin für Soft Skills.

      Wenn Sie Einfach Stark Kommunizieren wollen, um im Berufsalltag andere besser zu verstehen und zu überzeugen und selbst besser verstanden zu werden, dann sollten wir gemeinsam Segel setzen.

      Der Einfach-Stark-Kommunizieren-Kompass